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Y2K.
Amerika.
Travnicek und das Handy
FREUND: Sagen Sie, Travnicek, haben Sie auch schon überlegt, sich ein Handy anzuschaffen?

TRAVNICEK: A was?

FREUND: Ein Mobiltelefon, Travnicek. Damit Sie jederzeit erreichbar sind.

TRAVNICEK: I bin a so jederzeit erreichbar - leider.

FREUND: Ja wie denn, besitzen Sie einen Pager?

TRAVNICEK: Na, an ganz normalen Tischapparat.

FREUND: Ja, aber ich meine, wenn Sie unterwegs sind.

TRAVNICEK: In die Kuchl?

FREUND: Nein, natürlich weiter als bis in Ihre Küche.

TRAVNICEK: Aufs Klo?

FREUND: Nein, Travnicek, ausserhalb Ihrer Wohnung!

TRAVNICEK: Was brauch' i ausserhalb meiner Wohnung telefonier'n?

FREUND: Na angenommen, ein mit Ihnen verabredeter Freund verspätet sich um 20 Minuten, und Sie wollen wissen, ob ihm etwas dazwischengekommen ist.

TRAVNICEK: Also erstens, wann er 20 Minuten zu spät dran is, dann is er immer noch 5 Minuten vor mir da. Und zweitens kann i ja aa von der Theken aus telefonier'n. Oder no besser: i sauf mi derweil' auf seine Kosten an.

FREUND: Wollen Sie damit sagen, Sie treffen Ihre Bekannten ohnehin immer nur im Kaffeehaus?

TRAVNICEK: Ausser die, die i im Kino triff'.

FREUND: Aber nehmen wir an, Sie verspäten sich weitaus mehr als Ihre üblichen 25 Minuten und wollen es ihren Bekannten wissen lassen und ihn dazu anrufen.

TRAVNICEK: Des nutzt doch nix, er is' ja nimmer z'haus.

FREUND: Natürlich nützt es nur etwas, wenn auch Ihr Bekannter in Besitz eines Handys ist.

TRAVNICEK: Wann eh er ans hat, dann wart i einfach auf ihn und borg mir dann seins aus.

FREUND: Aber wie wollen Sie ihn denn mit seinem eigenen Handy anrufen?

TRAVNICEK: Indem i ihn vorher wieder hamschick'.

FREUND: Sie sind alogisch, Travnicek. Sobald Sie sich sein Handy ausborgen können, brauchen Sie ihn ja gar nicht mehr über die Verspätung informieren.

TRAVNICEK: Was i allerweil sag - es is unnötig.

FREUND: Gut, Travnicek, aber nehmen wir einmal an, Sie fahren im Auto und haben einen Verkehrsunfall.

TRAVNICEK: Dann steig' i aus'n Taxi aus und ruf ma a anderes.

FREUND: Ja fahren sie immer nur Taxi?

TRAVNICEK: Ohne Führerschein?

FREUND: Tja, den hätten Sie eben ablegen müssen.

TRAVNICEK: I hab' ihn eh abgelegt: am Deutschmeisterplatz.

FREUND: Ist dort seit neuem eine Fahrschule?

TRAVNICEK: Naa, seit jeher a Wachzimmer.

FREUND: Wie ist das passiert, Travnicek?

TRAVNICEK: I hab a Verabredung g'habt...

FREUND: Und Sie waren spät dran, sind daher zu schnell gefahren, und wurden angehalten.

TRAVNICEK: Aber naa. Mei Freund war zu spät dran.

FREUND: Und?

TRAVNICEK: So hab i mi auf seine Kosten ang'soffen.

FREUND: Und dann sind Sie noch mit dem Auto heimgefahren?

TRAVNICEK: Hätt' i bis zur Sperrstund weitersaufen soll'n?

FREUND: Nein, aber ein Taxi nehmen.